Mental Health: das KreaTIEF

Wer sich in der Blase von Social Media bewegt, den wird es wahrscheinlich irgendwann treffen… der Vergleich, Druck, Versagensängste.

Dies kann so lähmend werden, das man in einem dicken KreaTief landet.

Aber auch ohne Social Media besteht die Gefahr, dort hineinzufallen. Sobald die Work-Life-Balance längere Zeit schief hängt und man keinen Ausgleich findet, die eigenen Maßstäbe unerreichbar hoch sind, oder wirkliche Existenzängste das Leben beherrschen, schlägt es zu. Ein KreaTief, vielleicht auch schon ein Burnout.

Dies betrifft mehr Kreative, als man denkt. Psychische Krankheiten sind noch immer ein Tabuthema. Aber ab und an gibt es mutige, die dies ansprechen – und dann überraschend viel Zuspruch erhalten. Ist es etwa doch nicht so selten, wie man denkt?

Das Ärzteblatt schreibt

Fast neun von zehn Deutschen fühlen sich demnach von ihrer Arbeit gestresst.

Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer leidet zumindest hin und wieder unter Rückenschmerzen, anhaltender Müdigkeit, innerer Anspannung, Lustlosigkeit oder Schlafstörungen.

Je 61 Prozent der Menschen in Deutschland klagen über Rückenschmerzen oder Erschöpfung – 23 Prozent jeweils sogar häufig.

59 Prozent fühlen sich manchmal innerlich angespannt. 54 Prozent der Befragten grübeln über ihre Arbeit, 53 Prozent schlafen nach eigenen Angaben schlecht.

Wer jetzt denkt „…aber das Zeichnen ist doch mein Hobby, das kann ich nicht mit Arbeit vergleichen!“ sollte mal in sich hinein spüren. Ist das wirklich so? Was unterscheidet ein Hobby von Arbeit? Ist dein Hobby wirklich noch ein Hobby oder hat es manchmal doch mehr mit „ich muss“, Leistung und Druck zu tun?

Ich habe deswegen auf dem J-Stuff Insta Kanal eine kleine Umfrage gestartet, und gefragt, was euch aus einem KreaTief wieder herausbringt, die Tipps waren eindeutig!


Eure Top 4:

1.Leg den Stift weg!

Mach eine Pause, wenn du im KreaTief steckst, ist das vollkommen ok. Niemand kann jeden Tag Leistung bringen und schon gar nicht zu 100%. Gönne dir eine Auszeit!

2. Wechsel dein Medium!

Wenn du unbedingt deine Aquarell-Fertigkeiten verbessern möchtest, aber einfach nicht weiter kommst oder selbst keine Verbesserung siehst, wechsel dein Zeichenmedium.

Zeichne digital oder mach mal nur Skizzen, leg die Aquarellfarbe zur Seite. Was hat dir früher Spaß gemacht? Worauf hättest du wirklich mal Lust? Warum nicht einfach mal basteln und gar nicht zeichnen, oder arbeite händisch mit Acrylfarbe, Pastelle, Wasserfarbe.

Lass all deine Sinne wieder etwas Farbe bekommen. Gib dir Zeit, schau dir deine Aquarellwerke mit etwas zeitlichem Abstand an, vielleicht siehst du nun doch eine Verbesserung, die dir vorher nicht aufgefallen ist.

3. Vergleiche dich nicht!

Ja das ist schwer, doch die ständigen Vergleiche mit den großen Influencern, Zeichnern mit 100+k Followern etc. bringen dir nichts außer Stress.

Du darfst dir Motivation holen, aber in kleinen Dosen. Kennst du Sätze wie „So wie der/die werde ich nie zeichnen können…“, „Die…. hat aber mehr Follower und schon wieder eine Kooperation…“, „Deren Workshops sind immer so schnell ausgebucht….“, was meldet sich da wirklich bei dir?

Neid, Ängste, Wut? All das ist ok!

All deine Gefühle gehören zu dir, du darfst auch mal neidisch sein. Auf Social Media sieht alles immer so leicht aus, doch die mega Arbeit, die überall dahinter steht, die sieht man kaum.

Das macht neidisch, wir vergleichen, wünschen wir wären auch dort.

Nur, das bringt dir nichts. Schau weniger nach rechts und links, konzentriere dich auf dich, setz dir Ziele, poste dene Dinge, schau mal 2 Wochen keinen anderen Account an, befülle aber fleißig deinen Account/Blog und schau was dann passiert.

Nutze die Energien, die vorher in den Vergleich gingen für dich, das zahlt sich wirklich aus.

4. Sprech deine Probleme offen an!

Ich habe ich letzter Zeit immer mehr Künstler auf Insta erlebt, die offen sagen, dass sie an Depression, Burnout oder anderen Krankheiten leiden.

Und weißt du was alle gemeinsam haben? Ein mega Feedback ihrer Follower und Kollegen, denn mit diesen Dingen bist du nicht allein, es ist jedoch ein Tabu darüber zu sprechen.

Wie schade, denn auch diese Phasen gehören zum Leben dazu. Und es müssen nicht direkt Krankheiten sein, die man anspricht.

Sprech an, dass es dir gerade nicht so gut geht, wenn du viel Feedback (auch positives) fürchtest, frag deine engsten Personen, wie es denen in so einer Zeit geht. Falls gar nichts mehr geht, kann eine Kurzzeittherapie ein echter Game-Changer sein. Auch ein Tabu darüber zu sprechen, aber du glaubst gar nicht, wie viele Personen, die auf den ersten Blick so gefasst, stark und selbstsicher wirken, bereits in einer Therapie waren oder sind.


Vielelicht hast du aber auch noch einen ganz anderen Tipp auf Lager, ich würde mich freuen von dir zu hören und deine Tipps mit allen zu teilen.

Was hilft dir in dieser Zeit besonders? Wie sorgst du für dich, das es gar nicht so weit kommt?


Und wenn du jetzt spürst, das du Hilfe benötigst oder getriggert wurdest, sprech bitte mit deinen Eltern, Partner, Hausarzt oder nutze einen der kostenlosen Dienste als erste Anlaufstelle:

Telefonseelsorge

  • kostenfrei
  • Tel.: +49 800 111 0 111, +49 800 111 0 222 oder +49 116 123
  • Sprechzeiten: rund um die Uhr
  • Webseite: www.telefonseelsorge.de

Nummer gegen Kummer

  • kostenfrei
  • Kinder- und Jugend-Telefon: +49 11 6 111
  • Kinder- und Jugend-Telefon Sprechzeiten: Mo/Sa – 14.00 bis 20.00 Uhr sowie Mo/Mi/Do auch von 10.00 bis 12.00 Uhr
  • Eltern-Telefon: +49 800 111 0 550
  • Eltern-Telefon Sprechzeiten: Mo-Fr – 9.00 bis 17.00 Uhr; Di und Do – 17.00 bis 19.00 Uhr
  • Webseite: www.nummergegenkummer.de